PREISTRÄGER 2009

Dr. med. Christian. Reek, Hamburg

Urologische Versorgungsforschung in der Praxis

Dr. med. Christian Reek, Hamburg, stellt den Schwerpunkt seiner onkologischen Arbeit im Fachbereich Urologie in den Kontext wissenschaftlicher Versorgungsforschung. Seine unterschiedlichen Projekte fasst er in dem Titel "Urologische Versorgungsforschung aus der fachärztlichen Praxis am Beispiel des Prostatakarzinoms" zusammen. Mit seiner Bewerbung dokumentiert Reek die ambulante urologische Versorgungssituation am Beispiel des Prostatakarzinoms in einem bundesdeutschen Ballungsgebiet für den Beobachtungszeitraum 2000 bis 2008. Während dieser Zeit wurden die Daten von urologischen Facharztpraxen in wechselnder Konstellation zusammengetragen und seit 2005 bis heute vorgetragen und publiziert. Aus der Datenlage der verschiedenen Projekte, die Reek alleine oder als Studienkoordinator durchgeführt hat, lassen sich zusammen mit den Daten aus anderen Studiengemeinschaften Entwicklungen und Trends bei der Diagnostik und Therapie des Prostatakarzinoms ablesen, deren Relevanz sich aus der Praxisorientiertheit des niedergelassenen Bereichs ergibt. Dies gilt speziell für die präoperative Diagnostik, wodurch die onkologische Kernkompetenz niedergelassener Urologen gefestigt wird.

Dr. med. Reinhold M. Schaefer, Bonn

Zukunftsmodell Gemeinschaftspraxis

Dr. med. Reinhold M. Schaefer, Bonn, schließlich überzeugt die Fach-Jury mit seiner Arbeit "Überörtliche Gemeinschaftspraxis Urologie-Bonn-Rhein-Sieg als Zukunftsmodell". Schaefer gründete 2006 eine überörtliche Gemeinschaftspraxis, die sich als Urologisches Dienstleistungszentrum versteht und deren Praxisphilosophie sich auf die "Urologische Kompetenz aus einer Hand beim Urologen vor Ort" gründet. Das von allen Mitgliedern gemeinsam getragene Selbstverständnis der urologischen Kompetenz erstreckt sich neben der Behandlung urologischer Erkrankungen auch auf die Beratung und Vorsorge bei "Gesunden", auf aktive und passive Fortbildungen, und einer umfangreichen Liste von "Serviceleistungen" aus allen Bereichen des urologischen Beratungsspektrums. Das flächendeckende Versorgungsmodell für den Raum Bonn und den Rhein-Sieg-Kreis stellt die Versorgung aller urologischen Patienten sicher und basiert auf Evidenz-basierter Diagnostik und Therapie sowie einem funktionierenden Praxis- und Qualitätsmanagement - ein Zukunftsmodell, das bei den Juroren besonderen Anklang fand.

PREISTRÄGER 2008

Dr. med. Jörg Klier, Köln

Qualitätssicherung in der urologischen Praxis bei der ambulanten Durchführung von Chemotherapien

Der von Klier mitinitiierte „Qualitätszirkel Uro-Onkologie/intravasale Chemotherapie“, der sich durch die Zusammenarbeit von niedergelassenen Kölner Urologen mit KV-Zulassung für die „große Onkologie/Chemotherapie“ sowie Chefärzten und Stellvertretern der Urologischen Kliniken in Köln im März 2004 konstituierte, hat sich zum Ziel gesetzt, die ambulante Chemotherapien bei urologischen Onkologiepatienten nach klar definierten Standards durchzuführen und damit qualitativ zu verbessern.

Die einheitliche Vorgehensweise hinsichtlich der eingesetzten Wirkstoffe, Verlaufskontrollen, Begleittherapien, Nachsorge und Komplikations-Management erforderte eine besondere Art der Dokumentation. Das besondere Verdienst von Klier in diesem Zusammenhang war die Entwicklung spezieller Dokumentationsbogen, deren Informationsgehalt in übersichtlicher, teilweise graphischer Darstellungsweise der Komplexität einer „Krankenakte“ entspricht. Dies ermöglicht Arzt und Patient, den jeweiligen Stand der Therapie zu erkennen, einzuordnen und zu verstehen. Und nicht zuletzt versetzt diese innovative Art der Dokumentation alle beteiligten Ärzten in Klinik und Praxis in die Lage, ihre urologischen Onkologie-Patienten optimal und leitliniengerecht nach gültigen Therapiestandards zu versorgen. Ein weiteres Arbeitsfeld ist die Kölner Empfehlung für die „komplementäre Medizin“, die ebenso in standardisierter Form durchgeführt wird.

Aus dieser einzigartigen vorbildlichen Initiative soll in Kürze nicht nur ein bisher einmaliges „Urologisches Chemotherapiezentrum“ im Raum Köln entstehen, das „Kölner Modell“ besitzt auch das Potenzial, zum bundesweiten „Erfolgsmodell“ zu werden – beide Zukunftsperspektiven stehen ganz im Zeichen einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Klinik und Praxis und werden damit den Ansprüchen der Urologen in besonderer Weise gerecht.

PREISTRÄGER 2007

UNO - Urologische Netzwerk Organisation Dr. Weber & Partner, Michelstadt

Dr. med. Alwin Weber nahm stellvertretend für sich und seine Mitstreiter den Alexander von Lichtenberg-Preis 2007 entgegen. Die Partnerschaftsgemeinschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht, innovative diagnostische und therapeutische Konzepte für den Bereich der präventiven, konventionellen, alternativen und komplementären Urologie sowie deren fachliche Grenzgebiete zu entwickeln. Die Spezialgebiete der Partnerschaftsgesellschaft umfassen neben der allgemeinen Prävention auch die Prävention von Alterserkrankungen, die Früherkennung von urologisch/onkologischen Erkrankungen unter Einbeziehung molekularbiologischer und biochemischer Methoden und steht sowohl für konventionelle als auch alternative, komplementäre und supportive Behandlungskonzepte. Als Sozietät richtet die UNO ihr medizinisches Handeln nach den Regeln und Leitkriterien der wissenschaftlichen Gesellschaften aus und entwickelt das Fachwissen ihrer Mitglieder durch zertifizierte Fortbildungen und Qualitätsmanagement kontinuierlich weiter – Voraussetzungen für eine optimale und ganzheitliche Versorgung der Patienten. Die Nutzung gemeinsamer Ressourcen folgt dabei den Prinzipien der medizinischen und ökonomischen Effizienz, was bei der Entwicklung von Präventionsprogrammen und der Aufstellung von Behandlungsmodulen die notwendige Transparenz im Gesundheitssystem langfristig fördert.

Dr. med. Volker Marten, Wuppertal

Für den niedergelassenen Urologen ist die Implementierung der Palliativmedizin in die urologische Praxis bereits seit längerer Zeit Passion. Nach dem Besuch verschiedener internationaler Hospizeinrichtungen, u.a. in Uruguay und Südafrika, widmete Marten sich verstärkt der ganzheitlichen Versorgung schwerstkranker Patienten. Mit Erlangung der Fachqualifikation Palliativarzt konnte er 2007 ein Palliativ Netzwerk in Wuppertal mitbegründen und die urologische Gemeinschaftspraxis, der er angehört, als festen Bestandteil dieses Netzwerkes etablieren – mit dem Ziel, die bestmöglichste Versorgung der Patienten und die Verbesserung der Lebensqualität von Todkranken zu gewährleisten. Das Netzwerk fördert die multiprofessionelle Zusammenarbeit mit Hausärzten, Pflegediensten, ambulanten Hospitzdiensten und Psychotherapeuten und setzt sich in Zusammenarbeit mit KVen und Ärztekammern für die Fortbildung niedergelassener Fachärzte im Bereich Palliativmedizin in der Region Wuppertal ein.

Beide Bewerbungen, die konsequente Umsetzung und Weiterentwicklung eines vorbildlichen gesundheitspolitisch ökonomischen Konzepts und das gezielte Engagement in der urologischen Palliativmedizin, stehen ganz im Zeichen einer qualitätsorientierten Medizin, die den speziellen Bedürfnissen niedergelassener Urologen in besonderer Weise Rechnung trägt – und solche Arbeit verdient einen Preis.

PREISTRÄGERINNEN 2006

Dr. med. Daniela Marschall-Kehrel, Frankfurt/Main

Die Fachärztin für Urologie und Mutter zweier Töchter widmet sich seit ihrer Facharztausbildung an einer Universitätsklinik mit Leidenschaft der wissenschaftlichen Forschung. Im Laufe ihrer 13-jährigen Praxistätigkeit als niedergelassene Urologin hat sie sich zu ihrer eigeninitiierten wissenschaftlichen Tätigkeit immer wieder mit dem selbst gewählten Motto "Raus aus dem Elfenbeinturm, rein in die praxisrelevante Wissenschaft" motiviert. Die schwerpunktmäßigen Forschungsbereiche Harninkontinenz und Kinderurologie boten sich wegen der guten ambulanten Umsetzbarkeit dazu besonders an. Bisher hat Dr. Marschall-Kehrel an diversen Phase II – V-Studien als Prüfärztin und an 2 Phase III-Studien als Studienleiterin teilgenommen und die Ergebnisse bisher überwiegend im Rahmen nationaler und internationaler Kongresse vorgestellt. Darüber hinaus engagiert sie sich aktiv im Bereich interdisziplinärer Fort- und Weiterbildung und veranstaltet zum Thema kindliche Harninkontinenz seit 6 Jahren für Pädiater und Urologen auf der "Marschall-Tournee" bundesweite LÄK-zertifizierte Fortbildungen mit 3-4 CME-Punkten. Dr. Marschall-Kehrel referiert auf der Seminarveranstaltung "Pädiatrie zum Anfassen", bietet Hospitationen in ihrer Praxis und bemüht sich mit aktiver Pressearbeit, Interviews, Telefonberatungsaktionen, Präsenz in TV und Radio um die Enttabuisierung des Themas Harninkontinenz.

"Soviel geballte weibliche Energie und Kraft verdient einfach einen Preis", begründete Dr. Hans Palmtag die Entscheidung der Jury, Frau Dr. Marschall-Kehrel, als eine der Preisträgerinnen zu nominieren.

Dr. med. Sigrid Tapken, Bonn

Ganz anders, aber nicht weniger überzeugend für die Jury, war die eingereichte Bewerbung von Dr. Tapken. Sie bricht in Ihrer Arbeit eine Lanze für „Die klassische Einzelpraxis – heute“ und führt allen niedergelassenen Kollegen vor Augen, wie vor dem Hintergrund der Anforderungen an wirtschaftliche Effizienz und Kostenersparnis heute eine Praxis funktionieren kann, die all diesen Anforderungen gerecht wird und trotz gesundheitspolitischer Reglementierungen den Patienten nicht aus den Augen verliert. Dr. Tapken versteht sich als Mitglied eines Praxis-Teams, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, dem Patienten nicht nur die volle Aufmerksamkeit zu schenken, sondern ihm den Sinn der Präventivtherapie zu erklären und von ärztlicher Seite überflüssige Diagnostik und die Formulierung unrealistischer Therapieziele zu vermeiden. Die Information der Patienten hat für Dr. Tapken absolute Priorität. Dazu brauche es neben der intensiven Kontaktpflege zu ärztlichen Kooperationspartnern aller Disziplinen auch den Austausch fachgleicher und fachfremder Thematik in Qualitätszirkeln sowie den Willen zur permanenten Fort- und Weiterbildung des gesamten Praxisteams – eine pragmatisches Konzept, das nach Ansicht der Jury ein hohes Maß an Respekt verdient.

PREISTRÄGER 2005

Dr. med. Detlef Klatte, Dr. med. Knut Arensmeier, Tobias Klatte, Magdeburg

Aus den eingereichten Arbeiten zur Bewerbung um den Alexander-von-Lichtenberg-Preis 2005 hat sich die wissenschaftliche Jury – Prof. Dr. Hans Palmtag, Dr. Klaus Schalkhäuser sowie Dr. Martin Bloch – für das Konzept einer Urologischen Gemeinschaftspraxis aus Magdeburg als beste Bewerbung entschieden.
In ihrer Urologischen Gemeinschaftspraxis führte das Praxisteam eine retrospektive Studie zum Thema „Trends beim Prostatakarzinom in einer urologischen Praxis“ durch. Die statistische Auswertung der Daten von insgesamt 360 Patienten mit Erstdiagnose Prostatakarzinom erfolgte für den Zeitraum vom 1. Januar 1993 bis 31. Dezember 2004. Ziel dieser Studie war es, niedergelassenen Urologen eine Trend-Entwicklung bei Diagnostik und Therapie des Prostatakarzinoms aufzuzeigen. Mittels verschiedener Parameter – z.B. Alter, Initial-Symptomatik, PSA-Werte, Biopsie-Daten, Ausbreitungsdiagnostik, Überlebensraten sowie Gründe, die zur Entscheidung einer bestimmten Therapieform führten – ist es den Preisträgern gelungen, ein eindrucksvolles Bild dieser Erkrankung zu zeichnen: Es verdeutlicht einerseits die zunehmende Inzidenz dieser Erkrankung aufgrund einer verbesserten Diagnostik, andererseits aber auch die herausragende Bedeutung der Früherkennungsuntersuchung.
Vor dem Hintergrund, dass die Therapie des Prostatakarzinoms für niedergelassene Urologen eine verantwortungsvolle Aufgabe darstellt, es aber nur wenige Publikationen aus dem niedergelassenen Bereich gibt, kommt dieser praxisorientierten Studie nach Ansicht der Jury eine besondere Bedeutung zu.

SONDERPREIS 2005

Dr. med. Rudolf Osieka, Hamburg

Erstmals in der Geschichte des Alexander-von-Lichtenberg-Preises wurde dieses Jahr ein Sonderpreis verliehen. Dr. med. Rudolf Osieka wurde damit für sein „Lebenswerk“ als besonders engagierter Urologe ausgezeichnet. Seit 25 Jahren ist Dr. Osieka als Urologe in einer Praxis mit onkologischem Schwerpunkt tätig. Er gründete 1991 die zunächst onkologisch orientierte FBI (Fortbildungs-Initiative) und erzielt seit 14 Jahren große Erfolge in der qualifizierten Fortbildung niedergelassener und klinisch tätiger Urologen. Mit diesen Fortbildungen konnte Dr. Osieka nicht nur Jungakademiker und die interdisziplinäre Zusammenarbeit, sondern auch den wissenschaftlichen Austausch zwischen Klinik und Praxis fördern. Jedes Jahr gelingt es ihm, 11 zertifizierte Fortbildungstermine mit internationaler Beteilung zu organisieren und dabei jeweils mindestens 70 Anmeldungen zu erreichen – eine Leistung, die nach Meinung der Jury nicht nur Dank, sondern auch eine besonders große Anerkennung verdient.

PREISTRÄGER 2004

Dr. med. Andreas W.Schneider, Winsen/Luhe

Inhalt der Bewerbung von Dr. Andreas W.Schneider war die Erstellung und Umsetzung eines Fortbildungskonzepts für urologisch-onkologisch tätige Arzthelferinnen – ein Projekt, dessen Relevanz für die urologische Praxis gar nicht genug betont werden kann. Vor dem Hintergrund des geltenden Onkologievertrags zur Verbesserung der onkologischen Versorgung im ambulanten Bereich von 1995 ist eine verbindliche Qualifikation des Praxispersonals in onkologischen Schwerpunktpraxen vorgeschrieben. Da für onkologisch-urologische Belange kein gültiges Fortbildungskonzept vorlag, entwickelte Dr. Andreas W. Schneider im Konsens mit der Deutschen Gesellschaft für Urologie, der Arbeitsgemeinschaft urologische Onkologie, dem Berufsverband Deutscher Urologen sowie der Arbeitsgemeinschaft internistische Onkologie ein entsprechendes Curriculum, das er seit 1997 als bisher einziges fachgruppenspezifisches Konzept gleichzeitig in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern erfolgreich zur Schulung von Arzthelferinnen umsetzt.
Nach Ansicht der Jury ermöglicht dieses Fortbildungskonzept die Verbesserung der qualitativen Versorgung onkologischer Patienten und fördert gleichzeitig die onkologische Kernkompetenz niedergelassener Urologen. Die Bemühungen um die konsequente Schulung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den urologisch-onkologisch tätigen Praxen durch ein ständig weiterentwickeltes und ergänztes Konzept stehen im Zeichen großen persönlichen Engagements. Sie machen darüber hinaus deutlich, dass Eigeninitiative, Kreativität und Durchsetzungsvermögen notwendig sind, damit Gesetzesvorgaben nicht nur auf der rein formalen Ebene funktionieren, sondern mit Leben gefüllt allen Beteiligten im Gesundheitswesen zugute kommen.

Dr. med. Klaus Rembrink, Gelsenkirchen

Die Vergabe des Alexander-von-Lichtenberg-Preises 2004 an Dr. Klaus Rembrink als zweiten Preisträger steht mit der Prämierung der Fortbildungsinitiative von Dr. Andreas W. Schneider in engem Zusammenhang. Weil Fortbildung Ländersache ist und entsprechende Zertifizierungen von den jeweiligen Ärztekammern und KVen vor Ort durchgesetzt werden müssen, braucht es den persönlichen Einsatz von Kolleginnen und Kollegen vor Ort. Dr. Klaus Rembrink hat sich um die regionale Realisierung der Schulungen nach dem vorgestellten Curriculum in NRW in besonderer Weise verdient gemacht und wurde für die Adaption der Inhalte an die regionalen Bestimmungen in NRW, die Organisation von Referenten, Praktika, Räumlichkeiten und Finanzierung ausgezeichnet.

PREISTRÄGER 2003

Dr. med. Helmut Haas, Heppenheim

Als Vorstandsmitglied der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie arbeitet Dr. Helmut Haas seit über drei Jahren an der Lösung eines Problems, das sich aus dem herkömmlichen Angebot an Kongressen und Tagungen für niedergelassene Urologen ergibt. Unter dem Leitthema “Aus der Praxis für die Praxis” organisiert die regionale Fachgesellschaft eine besondere Form von Kongressveranstaltungen, die dem niedergelassenen Urologen einerseits eine praxisorientierte Fortbildung bietet, andererseits eine engere Verzahnung von Praxis und Wissenschaft erreichen will. Vor dem Hintergrund, dass die üblichen Urologenkongresse von den niedergelassenen Kollegen als “Fachveranstaltungen von Klinikärzten für Klinikärzte” wahrgenommen werden, liegt der Hauptschwerpunkt des Konzepts auf der Wahrnehmung der besonderen Bedürfnisse der niedergelassenen Kollegen - in die Praxis umsetzbare, wissenschaftliche Information sowie den Dialog und die Diskussion mit Kollegen. Die Erkenntnisse, die Dr. Haas und seine Arbeitsgruppe auf diesem Gebiet gewonnen haben, sind nach Ansicht der Jury richtungsweisend für die zukünftige Gestaltung von Kongressen, Tagungen und anderen Fortbildungsangeboten für niedergelassene Urologen.

Dr. med. Jochen Gleißner, Wuppertal

Für Dr. Jochen Gleißner steht die Entwicklung eines eigenen QM-Systems, an dem er gemeinsam mit drei urologischen Praxen und neun ortsansässigen Kollegen seit Oktober 2001 arbeitet, im Mittelpunkt seiner qualitätsorientierten Arbeit. Das Projekt durchlief den Zertifizierungsprozess mit Unterstützung einer Unternehmensberatung, der Ausbildung eines praxiseigenen Qualitätsmanagement-Beauftragten und beinhaltete auch die Erstellung eines gemeinsamen Qualitätsmanagement-Handbuches. Durch ein Industriesponsoring war es möglich, ein umfassendes QM-System zu entwickeln, das nach der Zertifizierung durch den TÜV-Med Essen der Kommission ambulante Urologie und der Arbeitsgruppe Qualitätsmanagement der KBV vorgelegt wurde und große Anerkennung fand.

PREISTRÄGER 2002

PD Dr. med. Petra Fehrmann-Zumpe, Greifswald

Seit ihrer Praxisgründung 1993 in Greifswald konzentriert sich PD Dr. med. Petra Fehrmann-Zumpe im Rahmen ihrer urologischen Arbeit auf die Prävention chronischer urologischer Erkrankungen. Mit Seminarangeboten für Patienten bemüht sich ihr Praxisteam in Patientenseminaren um die Verstärkung des präventiven Gedankens (Krebsfrüherkennung, Harninkontinenz usw.). Im Sinne der Umorientierung des Patienten von der “Reparatur-Medizin” hin zur “Präventiv-Medizin” vermittelt das Team neue Erkenntnisse aus der Ernährungsmedizin als einen wichtigen Schlüssel zur Gesundheitsfürsorge. Die Zusammenarbeit mit Hausärzten aus der Region, Kollegen aus der Rehabilitativen Medizin sowie Physiotherapeuten aus der Beratungsstelle der Gesellschaft für Inkontinenzhilfe (GIH) macht eine Erweiterung des Versorgungsangebots für Patienten mit Harninkontinenz möglich. Diese Arbeit trägt nicht nur zur Vermeidung von Komorbidität bei, sondern sie ist auch langfristig im Sinne einer Kostenoptimierung (EBM) von gesundheitspolitischer Bedeutung.

PD Dr. Ralf Bickebäller, Frankfurt

Für PD Dr. Ralf Bickebäller steht die Entwicklung eines Qualitätsmanagement-­Systems für die Kassenarztpraxis im Mittelpunkt des Interesses. Mit Hilfe einer strukturierten Mitarbeiterschulung, einer prozessorientierten Organisationsplanung und vielen positiven Erfahrungen mit interdisziplinären Qualitätszirkeln ist es ihm weitestgehend gelungen, die Qualitätsstrukturen für medizinethische Problembereiche in seiner Praxis zu etablieren.

Dr. Wolf-Diether Böhm, Dresden

Mit der Qualitätsentwicklung auf dem Gebiet der Onkologie hat sich Dr. Wolf-Dieter Böhm mit einer Testpraxis zur Einsatzerprobung des Onkologie-Informationssystems MADOS3 zur Online-Tumor-Dokumentation einen Namen gemacht. Darüber hinaus gilt sein besonderes Interesse der Aus- und Weiterbildung von Praxis- und Pflegepersonal in der OP-Qualifizierung bzw. Geriatrie für leitende Schwestern an der sächsischen Ärztekammer.

PREISTRÄGER 2001

Dr. med. Rainer Friedrichs, Hamburg

“Für mich orientiert sich moderne ambulante Urologie nicht nur an den jeweils geltenden wissenschaftlichen Standards. Ständige Fortbildung sowie die Bereitschaft zur externen Zertifizierung sind für mich und meine Mitarbeiterinnen obligatorisch. Eine überdurchschnittliche technische und apparative Ausstattung, die freundliche und ansprechende Gestaltung der Praxisräume und eine optimale Strukturierung des Praxisablaufs tragen zusammen mit der engen, auch interdisziplinären Kooperation mit Kollegen entscheidend zu einer ganzheitlichen Versorgung meiner Patienten bei.”

Dr. med. Christoph Rüssel, Borken

“Die Thematisierung des Projekts “Klinische Studien in der Praxis” ist für mich eine besondere Herausforderung. Mit dem Ziel, möglichst viele niedergelassene Kollegen in eine Studiengemeinschaft zu integrieren, verstehen wir uns als Navigatoren in der Versorgung, vor allem unserer onkologischen Patienten. Ein ensprechendes Studienprotokoll erfasst die gesamte Situation des Patienten und ermöglicht so eine optimale Koordination der weiteren Behandlungsabläufe. Durch die Beteiligung an klinischen Studien wird die Versorgungsforschung für den “Urologen der Zukunft” von existenzieller Bedeutung werden.”

PREISTRÄGER 2000

PD Dr. med. Thomas Block, Vaterstetten

“Eine effiziente urologische Krebstherapie hängt von der Qualität der angewandten medizinischen, technologischen und pharmazeutischen Möglichkeiten ab. Für mich hat die umfangreiche Aufklärung des Patienten über die Möglichkeiten aller anerkannten Maßnahmen zur Krebsbehandlung absoluten Vorrang. Nur so kann ich gemeinsam mit dem Patienten eine Entscheidung für seine individuelle Behandlung treffen, die auch von einer medizinisch verantwortbaren Abwägung zwischen der effektiven Bekämpfung des Tumors und der Lebensqualität des Patienten getragen wird.”

Dr. med. Mehmet Evecek, Mönchengladbach

“Krank sein wird besonders von Krebspatienten hinsichtlich körperlicher, psychischer und sozialer Aspekte als Einheit wahrgenommen. Ich glaube, dass onkologisch tätige Ärzte über eine Zulassung für die psychosomatische Grundversorgung der Patienten verfügen sollten. Viele Therapieerfolge bei Krebspatienten werden gemindert, weil eine Dysbalance zwischen medizinischer und psychosozialer Betreuung besteht.”